Unser Neuschönningstedt

Zur Geschichte unseres Stadtteils

Um die Jahrhundertwende 1900 exisistierte auf der Fläche des heutigen Neuschönningstedt lediglich der „Haidkrug“ (manchmal auch „Heidkrug“ geschrieben) an der heutigen Haidkrug-Kreuzung („Möllner Landstraße“ / „Stemwarder Straße“/“Haidkrugchaussee“): Hier hatte der Anbauer Nicolaus Seemann 1807 von der Landsherrschaft die Konzession zum Betreiben einer „Krügerei“ (Gaststätte) erhalten.
In den Folgejahren vergrößerte Seemann seinen Besitz durch Ankauf von Heideflächen von der Oher Gemeinheit bzw. der Schönningstedter Dorfschaft und schuf hier einen „stattlichen Besitz durch Kultivierung von Heideflächen“ (750 Jahre Schönningstedt, S. 60).

In den Jahrzehnten nach 1900 und insbesondere in den 1950er-Jahren begann dann eine stürmische Entwicklung des Stadtteiles durch den Bau von Wohnsiedlungen / Einfamilienhaus- und Nebenerwerbs-Siedlungen.

Die heutige Gemarkung des Stadtteils Neuschönningstedt ist erst durch die kommunale Neugliederung Anfang der 1970er Jahre festgelegt worden, die dann mit dem „Anschluss“ im Jahre 1974 der ehemals selbstständigen und stolzen Landgemeinde Schönningstedt – Ohe an die Stadt Reinbek ihren Abschluss fand.

Im Rahmen dieser kommunalen Neugliederung sind auch die Grenzen zur Gemeinde/Stadt Glinde an die Westseite der  (geplanten und Anfang der 1980er Jahre ausgebauten) Kreisstraße K80 und zur Gemeinde Stemwarde/Barsbüttel an die Südseite der (bereits seit den 1930er Jahren geplanten und vermessenen, dann Anfang der 1980er Jahre erbauten Trasse der) Autobahn A 24 Hamburg-Berlin verlegt worden.

Vorher gehörten die Gemarkungsflächen nördlich der heutigen Straße „Grenzweg“ (man beachte den Namen!) und der „Eichenallee“ sowie nördlich der heutigen Straße „Erlengrund“ zur Gemeinde Stemwarde.

Die Gemarkungsflächen westlich des heutigen „Kiefernweges“, westlich des „Heideweges“ sowie der „Haidkoppelweg“ gehörten zur  Gemeinde Glinde.
 

Die “Wurzeln” des Stadtteils Neuschönningstedt


Geschichtlich ist Neuschönningstedt also durch die Ermöglichung von Wohnbebauung (Einfamilienhäuser, Behelfsheim-Häuser, Nebenerwerbs-Siedlungen) in den 1940er Jahren nach der Bombardierung Hamburgs und der nachfolgenden Flucht von Hamburger Familien in das Umland sowie vermehrt dann Anfang der 1950er Jahre jeweils am „Rand“ der früheren 3 Gemeinden Schönningstedt, Stemwarde und Glinde entstanden, um wohnungssuchenden Familien hier nach dem 2. Weltkrieg und der nachfolgenden Flucht - & Vertreibungs-Migration eine neue Bleibe zu gewähren.


So hatte z.B. die Gemeinde Schönningstedt (Einwohnerzahl 1939: 1.493) nach der Bombardierung Hamburgs 1943 ca. 600 evakuierte Hamburger aufgenommen. Durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen wächst die Einwohnerzahl Schönningstedts im Jahre 1946 auf ca. 3.300 und steigt bis 1952 auf 3.749!!


Die ersten Schritte der früheren Gebiets-Gemeinden zur Bebauung „ihrer“ jeweiligen Gebietsanteile im Bereich des heutigen Stadtteils Neuschönningstedt:


•  Glinde ermöglichte die sog. „Schröder- Siedlung“ am „Haidkoppelweg“ – somit ca. 2,1 km vom Ortsmittelpunkt des Dorfes Glinde entfernt!


•  Stemwarde ermöglichte die Wohnbebauung an  „Tannenallee“, „Gartenstraße“, „Sandweg“ und die Einfamilienhäuser zwischen „Birkenweg“ und „Am Stüb“ – somit ca. 1,5 km vom Ortsmittelpunkt des Dorfes Stemwarde entfernt! In späteren Jahren ist dann die Einfamilienhaus-Bebauung weiterer Wohngebiete sowie der Geschoß-Wohnungsbau am „Sandweg“ mit den Hochhäusern „Sandkamp“ und „Sandhöhe“ geplant worden.


•Die Gemeinde Schönningstedt ermöglichte Einfamilienhäuser entlang der „Möllner Landstraße“, südlich des „Grenzweges“, südlich des „Oher Weges“ sowie die vom Deutschen Siedlerbund ab 1949 geplante, in Teilen bereits 1950 errichtete Nebenerwerbssiedlung sog. „Weiße Siedlung“ (weiß getünchte Putz-Fassaden) mit „Kirschenweg“, „Rosenweg“ und „Querweg“ – somit etwa 2,1 km vom Ortsmittelpunkt des Dorfes Schönningstedt entfernt. In späteren Jahren entstanden dann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Siedlerbund die Nebenerwerbssiedlungen „Rote Siedlung“ (1954, rote Ziegel und rote Dachpfannen) im Bereich „Op den Stüben“ und „Oher Weg“ mit 10 Doppelhäusern und 41 Einfamilienhäusern sowie die sog. „Schwarze Siedlung“ (1957, dunkelfarbige Dachsteine) im Bereich „Kolberger Straße“, „Königsberger Straße“ und „Oher Weg“ mit 28 Einfamilienhäusern. Durch private Bauträger (Neue Heimat u. a.) entstanden Geschosswohnungen an der „Königsberger Straße“, an der „Stettiner Straße“ , am „Kirschenweg“ und am „Insterburger Weg“ sowie am „Kirchenstieg“.


In älteren Karten und z.T. auch noch im amtlichen Topographischen Kartenwerk finden sich noch die Schriftzüge „Siedlung Stemwarde“ für den nördlichen und „Siedlung Neu-Schönningstedt“ für den südlichen Bereich des wachsenden Stadtteils, die auf die unterschiedliche Entstehung und Gebiets-Zugehörigekeit zu den Gemeinden Schönningstedt und Stemwarde hinweisen.
Mittlerweile hat sich die identitätsstiftende Schreibweise „Neuschönningstedt“ statt des auf die „Neu“gründung durch die Gemeinde Schönningstedt verweisenden „Neu-Schönningstedt“ eingeübt.

Auf die geschichtlichen „Wurzeln“ des Stadtteils verweist auch der „Grenzstein“ an der Möllner Landstraße südlich des Fußgängerüberweges an der Bushalte „Schröder-Siedlung“, der an die hier in Nord-Süd-Richtung verlaufende ehemalige Gemeindegrenze zwischen den Gemeinden Schönningstedt und Glinde erinnert!

 




Die Einwohnerzahl Neuschönningstedts ist in den Jahrzehnten nach 1950 stetig gewachsen.
Insbesondere in den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl durch den Neubau der Wohngebiete „Carl-Herrmann-Straße“, „Allensteiner Weg“ / „Kirschenweg“ und aktuell: „Robinienweg“ sowie durch die sog. Hintergrund-Bebauung und bauliche Verdichtung angestiegen und auch nochmals stark verjüngt worden.

Statistischer Bezirk / Stadtteil - Einwohner 1996 - Einwohner  2001 - Einwohner 2004 - Einwohner 2008 - Veränderung 2008 : 1996 in %
401 Neuschönningstedt-Süd: (1996) 2.569 EW -  (2001) 2.740 EW - (2004) 3.131 EW - (2008) 3.192 EW

Veränderung (2008:1996) + 24,3 %


402 Neuschönningstedt-Nord:  (1996) 3.526 EW - (2001) 3.489 EW - (2004) 3.555 EW - (2008) 3.560 EW - (2010) 3.683 EW

Veränderung (2008:1996) + 1,0 %

Veränderung (2010:1996) + 4,5 %
 

403/404 Langeloher Weg & Büchsenschinken:  (1996) 177 EW - (2001) 188 EW - (2004) 205 EW - (2008) 236 EW  - (2010) 239 EW

Veränderung (2008:1996) + 33,3 %
Veränderung (2010:1996) + 35,0 %

Stadtteil Neuschönningstedt insgesamt:  (1996) 6.272 EW - (2001) 6.417 EW - (2004) 6.891 EW -  (2008) 6.988 EW - (2010) 7.122 EW

Veränderung (2008:1996) + 11,4 %
Veränderung (2010:1996) + 13,5 %

Anteil an Gesamt-Reinbek
(1996) 25,3 % - (2001) 25,8 % - (2004) 27,1 %  - (2008)  26,8 % - (2010) 27,0 %.


Altersmäßig gliedert sich die Einwohnerschaft im Stadtteil wie folgt:

Altersgruppe - Prozent-Anteil an den Einwohnern im Stadtteil
01.01.2008 - (Zum Vergleich: Prozent-Anteil Gesamt-Reinbek
01.01.2008) /  Prozent-Anteil an den Einwohnern im Stadtteil 31.12.2010 - [Zum Vergleich: Prozent-Anteil Gesamt-Reinbek 31.12.2010]


0 bis < 3 Jahre: - 2,4 % - (2,4 %) / 2,2 % - [2,2 %]
3 bis < 6 Jahre: - 3,2 % - (3,0 %) / 2,6 % - [2,6 %]
6 bis < 10 Jahre: - 4,5 % - (3,9 %) / 4,5 % - [4,0 %]
10 bis < 13 Jahre: - 3,0 % - (2,8 %) / 3,2 % - [3,0 %]
13 bis < 16 Jahre: - 2,9 % - (2,7 %) / 3,1 % - [3,0 %]
16 bis < 19 Jahre: - 2,9 % - (2,7 %) / 2,8 % - [2,5 %]
19 bis < 40 Jahr: - 22,6 % - (21,6 %) / 21,7 % - [20,5 %]
40 bis < 60 Jahre: - 32,3 % - (30,9 %) / 32,4 % - [31,3 %]
60 bis < 65 Jahre: - 6,2 % - (6,6 %) / 6,6 % - [6,4 %]
65 bis < 75 Jahre: - 13,9 % - (14,7 %) / 13,3 % - [14,5 %)
über 75 Jahre: - 6,1 % - (8,8 %) / 7,7 % - [10,3%]


(zusammengestellt nach statistischen Unterlagen der Stadt Reinbek)


Quellen:
• Statistische Daten, Stadt Reinbek, 2001...2008...2010
• Festschrift 750 Jahre Schönningstedt 1924-1974, 1974, Hrsg. Verein Heimatfreunde Schönningstedt-Ohe e.V.
• Eigene Auswertungen amtlicher Karten, Bekanntmachungen und Daten.

- Angaben ohne Gewähr, Angaben nach öffentlich verfügbaren Daten, Bekanntmachungen, Informationen, Adressen, Telefonnummern usw. -

Verfasser:
Heidrun Tacke, Heinrich Dierking
Stand: 15.03.2009 / aktualisiert 22.02.2011

 

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